Gedanken Post-its



Resilienz - mentale Gesundheit - das Leben


Resilienz und die "Grenzen des Machbaren"

Resilienz im (Wind-)Schatten der Corona-Krise

Es ist eine besondere Zeit; in verschiedenster Hinsicht. Und vieles, was ich gerade beobachte und selbst erlebe, spiegelt Erfahrungen und persönliche Erkenntnisse wieder, die ich in den vergangenen Jahren, auf meinem persönlichen Genesungsweg machen/sammeln durfte.

Was „uns Menschen“ im Moment gerade schmerzhaft vor Augen geführt wird ist, ...

(Fortsetzung s.u.)

Bloartikel Resilienz, seelische Gesundheit in Zeiten der Coronakrise

....dass wir nicht alles „machen und kontrollieren können“.  Das Grundgefühl, des "alles unter Kontrolle habens" bekommt für viele spätestens seit der „Corona-Krise“ Risse. 

Manchmal denke ich, dass das, was wir als Gesellschaft gerade erleben, manche Ähnlichkeit hat, mit dem Prozess, denn wir als einzelner Mensch durchlaufen, wenn wir mit Dingen konfrontiert werden, die sich (zumindest zeit- und teilweise) unserer unmittelbaren Kontrolle entziehen. 

Wie z.B. eine Krankheit. 

Vom „machen wollen“ zum „etwas für ein Ziel tun“


>>Heilung, Wachstum, Entwicklung, all diese Dinge lassen sich nicht einfach „machen“; auch wenn wir das gerne hätten<<

….das habe ich einmal in einem Gastbeitrag für folgende tolle Seite schrieben: Hoffnung hilft heilen - https://hoffnunghilftheilen.de/2019/12/21/der-tag-an-dem-nichts-mehr-ging/

Was ich damit sagen wollte, ist nicht, dass man „nichts tun“ kann. Im Gegenteil; das Thema „Selbststärkung“ und was jeder für sich selbst tun kann ist ja quasi meine „Mission“.

Aber es ist ein Unterschied, ob ich mit aller Macht versuche, das zu erzwingen, was ich mir wünsche, oder ob ich mich darauf konzentriere, „die zugrundeliegenden Prozesse anzustoßen, die es Wirklichkeit werden lassen“*, bzw. die es möglich machen (*Zitat von R. Hanson in "Das resiliente Gehirn").

Diese Unterscheidung hat R. Hanson in das Bild der Pflege eines Apfelbaumes gefasst. Wir können diesen „wässern“ (als Obergriff für alle „gärtnerischen Pflegetricks“ die ich persönlich nicht kenne), aber wir können nicht „machen“, dass er uns Früchte schenkt. So wie wir nicht „machen“ können, dass uns jemand liebt, dass es jemandem anderen gut geht, dass wir gesund bleiben usw.

….obwohl wir natürlich sehr, sehr viel für das tun können, was uns wichtig ist!

Ich finde das ist eine gesunde Portion Demut dem Leben gegenüber, die trotzdem die (Eigen-)Verantwortung nicht schmälert.
 

Krise als Chance - Oder sich neu orientieren und (er-)finden statt „neu machen“

In einem ähnlichen Prozess befinde ich mich gerade beruflich. Ausgelöst durch die aktuelle Situation (ebenfalls ein „äußeres Ereignis“, das so nicht erwartbar und im Ganzen von mir auch nicht kontrollierbar und steuerbar war/ist), sind bei mir sehr viele und vielschichtige Prozesse angestoßen worden und z.T. noch im Gange. Gerne würde ich diese beschleunigen und das Ergebnis einfach „machen“. Aber für manche Reifungs- und Klärungsprozesse braucht es Zeit.

Nicht Untätigkeit. Nicht achselzuckendes „Wird sich schon Weisen“; aber eben auch kein „machen“ i.S.v. „viel Druck hilft viel“ und „nur genug wollen führt sofort zum Ziel“.

Das fordert Geduld und ist mitunter (für jemanden wie mich) nicht leicht „auszuhalten“. Aber mir hilft das Bild des Apfelbaums oder des Gartens dabei, nicht wie verrückt „am Gras zu ziehen“, das deswegen ja doch nicht schneller wächst.

Was hilft ist die Erfahrung, dass es mit dieser Geduld - dem Leben, mir selbst und auch anderen gegenüber - Freude macht, zu sehen, wie Dinge entstehen, sich entwickeln und wachsen.

Manchmal nicht weil, sondern obwohl wir ganz viel tun.

Resilienz  - wachsen lassen statt "machen"